Antibiotika und Resistenz 
Antibiotika sind Medikamente, die Bakterien töten oder deren Wachstum bremsen.
Dadurch hat das eigene Abwehrsystem Zeit, den Infekt zu bekämpfen.
Die Antibiotikaanwendung in der Viehhaltung kann für Mensch und Tier Risiken mit sich bringen: Die regelmäßige Anwendung von Antibiotika in der Viehhaltung führt zu bakterieller Resistenz (Mevius, 2008). Dadurch können Infektionen mit diesen Bakterien schwieriger behandelt werden.
Das Vorhandensein von antibiotikaresistenten Bakterien stellt ebenfalls eine direkte sowie indirekte Gefahr für die Volksgesundheit dar. Falsche und übermäßige Anwendung in der Viehhaltung hat zu dieser Problematik beigetragen. Ein direktes Risiko bilden resistente Bakterien, die über Nahrung, Trinkwasser, direkten Kontakt oder die Umwelt auf den Konsumenten übertragen werden und diesen krank machen können. Ein indirektes Risiko entsteht, wenn bei Tieren Resistenzgene in den Darmbakterien vorkommen, bspw. in E. coli, die auf die menschliche Darmflora übertragbar sind. Die Folgen einer übermäßigen Antibiotikaanwendung in der Viehhaltung haben zu einer globalen gesellschaftlichen Debatte geführt, trotz der positiven Entwicklung bei der Reduzierung der Antibiotikaanwendung. Das Beispiel von Q-Fieber hat gezeigt, dass manche Tierkrankheiten eine ernsthafte Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellen können (CLO, 2017). Da in der Viehhaltung und in der menschlichen Gesundheitsversorgung dieselben Antibiotika verwendet werden, ist ein Verlust an wirksamen Antibiotika auch ein Risiko für den Menschen.
Der Staat hat 2009 ein Programm mit dem wichtigsten Ziel ins Leben gerufen, die Verwendung von Antibiotika zurückzudrängen und hat die Verantwortung für das Zurückdrängen der Anwendung von Antibiotika dem Viehhaltungssektor übertragen. Die Regierung achtet auf eine sorgfältige Anwendung. Inzwischen ergriffene Maßnahmen sind u. a. die Registrierung des Gebrauchs und des Verschreibungsverhalten, feste Verträge zwischen Viehhalter und Tierarzt, Einschränkung von Gruppenmedikamenten und ein Verbot der Verabreichung von Antibiotika durch den Viehhalter selbst, wenn er keinen Betriebsgesundheits- und Behandlungsplan besitzt (EZ, 2014).